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Slow Food Ostfriesland auf Langeoog

Anfang März 2020 waren 13 Mitglieder von Slow Food wieder einmal auf Langeoog. Bei einem leckeren vegetarischen Menü im Restaurant“ Seekrug“ von Michael Recktenwald wurden sie bei bestem Wetter wie geplant fündig: Kürbiscremesuppe mit Curry und Ingwer, „Chili sin carne“ mit geschmortem Radiccio, Würzreis und Kartoffelstroh und zum Abschluss Wildapfel-Zitronensorbet im Wildblütensecco. So gestärkt, quasi als Vorlauf seiner Begrüßung, kam Eigentümer und Koch Michael Recktenwald an unseren Tisch. Und berichtete nicht nur über seine regionale und leckere Bioküche. Sondern auch über ein Projekt, das seit zwei Jahren durch die Medien, durch Funk und Fernsehen, geht. Die EU-Klimaklage. Worum geht es?

 

Am 23. Mai 2018 reichten 10 Familien aus der ganzen Welt, von Kenia bis nach Langeoog, Klage vor dem Europäischen Gericht ein. Ihre Forderung: Die Klimapolitik Europas müsse unbedingt deutlich ambitionierter werden. Denn der Klimawandel führe zu extremen Hitzewellen, zu Meeresspiegelanstiegen, Überschwemmungen, extreme Stürme und einer starken Veränderung der weltweiten Flora und Fauna. Damit bedrohe er das Leben der Kläger, ihr Eigentum und das Leben ihrer Kinder.

Die Familie Recktenwald lebt seit vier Generationen auf der ostfriesichen Insel. Michael betreibt dort zusammen mit seiner Frau Maike ein Hotel und das Restaurant. Durch den Meeresspiegelanstieg, Sturmfluten und die daraus resultierende Erosion der Dünen ist ihr Familienbetrieb gefährdet. Auch die Trinkwasserversorgung der Insel über eine große Süßwasserlinse ist bedroht. Denn wenn der Meeresspiegel steigt, steigt auch der Druck des Salzwassers auf diese einzige Trinkwasserquelle und könnte die Wasserlinse auf Jahre unbrauchbar machen.

 

Die Klageschrift der 10 Familien, eingereicht durch den Rechtsprofessor Dr. Gerd Winter aus Bremen, umfasst rund 6000 Seiten. In der ersten Instanz habe die EU die Klage abgelehnt. Sie sei „nur bei individueller Betroffenheit“ zuständig. Aber die Klimaklage geht weiter. Sie habe schon jetzt auch für die Familie Recktenwald viel Arbeit bedeutet. Mindestens 25 Fernsehsender und rund 30 Zeitungen aus aller Welt waren vor Ort auf Langeoog, um zu berichten. Da habe man eine Diskussion losgetreten, die bei der Auseinandersetzung um Klimawandel wichtig sei. Denn, so Michael Recktenwald in seinem Vortrag: „Die Politik muss die entsprechenden Richtlinien und Leitplanken schaffen.“ Daraus dürfe man sie nicht entlassen.

 

Weitere Informationen über den aktuellen Stand der Klimaklage über: https://peoplesclimatecase.caneurope.org/de/

 

[Text und Fotos J. Mittelstädt]

Lebensmittelgipfel im Kanzleramt:                                            Tragfähige Zukunftsvisionen bleiben aus

04.02.2020 - Nach dem gestrigen „Lebensmittelgipfel“ im Bundeskanzleramt, an dem neben Bundeskanzlerin Angela Merkel Spitzenvertreter*innen der größten Lebensmittelkonzerne Deutschlands sowie Bundesagrarministerin Julia Klöckner und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier teilnahmen, kritisiert Slow Food Deutschland: Ermahnungen und Kontrolle von Dumpingpreisen bringen nicht die Veränderungen, die erforderlich sind. Es fehlt an einer gestaltenden Politik, die eine zukunftsfähige Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik vorantreibt. Deren oberstes Ziel müsste es sein, die Menschen in Deutschland gut zu ernähren und einen gesunden Planeten zu hinterlassen.
 

Die anhaltenden Bauernproteste und Schnäppchenpreise großer Handelsketten gaben Anlass für die Spitzenrunde im Kanzleramt. Das Ergebnis: Die Gespräche sollen fortgesetzt, faire Beziehungen zwischen Erzeuger*innen und Handel vorangetrieben werden. Aus Sicht von Slow Food ist es gut, dass damit endlich wieder Bewegung in die Debatte über den Wert von Lebensmitteln als unseren Mitteln zum Leben sowie die Wertschätzung der Erzeuger*innen kommt. Aus den meisten wertvollen Grundnahrungsmitteln sind industrielle ‚Ramschprodukte‘ geworden. Bei einem Liter Milch für 60 Cent sind weder eine faire Entlohnung für Erzeuger*innen noch das Wohl des Tieres und hohe Qualität möglich.

Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland gehen die Debatte nicht tief und die Ergebnisse nicht weit genug: „Die politisch Verantwortlichen drehen erneut an Schräubchen. Statt die Wurzeln des Problems anzupacken, setzen sie dieses Mal beim Handel an. Natürlich trägt dieser durch Konkurrenzkampf zur Preismisere bei. Das aber ist Resultat der Herausforderung, ein viel zu großes Volumen an Lebensmitteln aus industrieller Großproduktion an die Verbraucher*innen zu bringen. Allein der Markt an tierischen Erzeugnissen ist in Deutschland von viel zu großen Mengen dominiert, was diese günstigen Preise erzwingt. Diese Mengen werden zu Bedingungen produziert, die die Bevölkerung in großen Teilen eigentlich nicht mehr will. Das kann der Handel aber nicht alleine von der Supermarktkasse aus steuern. Dafür braucht es eine Politik, die das System zukunftsfähig umgestaltet.“

Aus Sicht von Slow Food sollte die Politik eine Lebensmittelerzeugung und -weiterverarbeitung in den Mittelpunkt stellen, die gut und fair im Umgang mit der Natur, den Menschen und den Tieren ist. Damit hätte das ganze Verschwendungssystem ein Ende. Natürlich hätte eine solche Politik höhere Lebensmittelpreise und eine veränderte Ernährungsweise zur Folge. Dazu Hudson: „Wir werden als Verbraucher*innen mehr Geld für unsere Lebensmittel ausgeben müssen. Wenn wir den Planeten für die jetzige und die kommende Generationen nicht weiter zerstören wollen, kommen wir da nicht drumherum. Zugleich sollte die Politik dafür sorgen, dass Menschen mit Lohn und Rente ein lebenswertes Auskommen haben, um sich die wahren Lebensmittelpreise leisten zu können. Billigprise dürfen keine robuste Sozialpolitik ersetzen.“ Auch viele unserer Gewohnheiten werden sich verändern müssen. Bei verschiedenen Aktionen zeigt Slow Food Verbraucher*innen, dass das nicht nur mit Verlust einhergeht, sondern mit viel kulinarischem Gewinn in der Küche.

 

Zum Lebensmittelgipfel im Kanzleramt wurde unsere Vorsitzende Ursula Hudson gestern gleich zwei Mal im Fernsehen interviewt, und zwar im SWR und BR Fernsehen.

 

Link zum Beitrag auf SWR Aktuell: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/Niedrige-Lebensmittelpreise-Wir-muessen-uns-als-Verbraucher-veraendern,av-o1196618-100.html

Link zum Beitrag in der BR Rundschau: https://www.br.de/mediathek/sendung/rundschau-av:584f4c183b467900117bf25f

 

Quelle: Slow Food Deutschland

                          Landwirtschaft und Verbraucher

jm Wiegboldsbur   Am 28.11.2019 ging es darum, „Transparenz zu schaffen – Von der Ladentheke bis zum Erzeuger“. Mitglieder und Freunde  vom NABU-Woldenhof sowie Aktive der ostfriesichen Slow Food-Gruppe kochten und aßen gemeinsam ein leckeres Menü, intensiver Austausch inclusive.

 

Fotos (Mittelstaedt)

         Bauernproteste aus Sicht der Süddeutschen Zeitung

Slow Food Ostfriesland aktiv …

Besuch auf dem Hof Straußen-Ei in Rechtsupweg am 24.08.2019

 

Bei herrlich sonnigem Wetter besichtigten 17 Mitglieder unseres Conviviums den Hof Straußen-Ei von Henry und Ines Wegener. Die beiden halten seit 2017 Strauße in Rechtsupweg. Strauße in Ostfriesland? Ja, das geht, wie uns Henry Wegener bei seiner sehr interessanten Führung erzählte. So erfuhren wir alles über Biologie und Haltung der Tiere, sowie die Vermarktung der Produkte. Die Strauße selbst blieben von ihren Besuchern relativ unberührt. Sie wirkten durchaus neugierig, dabei aber völlig entspannt und freundlich, so dass wir die stolzen Tiere in Ruhe beobachten konnten.

 

Ansehnlich waren auch die anderen Tiere auf dem Hof. Da gab es eine kleine, aber sehr feine Rinderfamilie, zahlreiche Hühner und drei Schweine, die sich unbekümmert durch den Boden pflügten. Es ist selten geworden … Schweine im Freiland zu beobachten. Sogar ihre Schwänze hatten sie noch.

 

Nach der Führung wurden wir mit Eierlikör aus Straußenei verwöhnt, der in vielen Geschmacksrichtungen angeboten wird. Aufkommenden Hunger durften wir anschließend mit Köstlichenkeiten aus Straußenfleisch stillen. Dazu wurde ein großes Salat-Buffet geboten, selbstgebackenes Brot  und allerlei Aufstriche, Frikadelle, Bratwurst, Wurst und Rührei, selbstredend vom Straußenei.

 

Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, für die wir uns herzlich bei Henry und Ines Wegener bedanken!

 

Wer selber einmal den leckeren Likör oder andere Produkte genießen möchte .... hier finden sie den Hof Straußen-Ei

Gasthäuser – von „Slow Food“ getestet

Slow Food: Genussführer Deutschland 2019/20 

Inzwischen ist dieser Genussführer bereits in der vierten Auflage erschienen. Alle zwei Jahre kommt er neu heraus. Es ist ein Buch, das Restaurants und Gasthäuser in Deutschland beschreibt, wie es das hierzulande sonst nicht gibt. Die regionalen Gruppen von „Slow Food“ haben, engagiert und ehrenamtlich, rund 550 Lokale und Wirtshäuser auf Herz und Nieren geprüft. Keine abgehobenen Sterne-Verteiler waren da unterwegs sondern Menschen, die gerne gut essen und dabei weder die Produktionsbedingungen noch mögliche Zusatzstoffe oder die Entwicklung unserer Landwirtschaft aus den Augen verlieren. Vorgestellt werden gute und ambitionierte Restaurants mit vertretbaren Preisen. Auch drei Restaurants aus Ostfriesland haben wir schon mehrmals getestet. Sie haben auch bei der neuen Ausgabe wieder Eingang in den Genussführer gefunden.

Es sind:

 

„Fährhaus“ in Dornum-Neßmersiel, Dorfstrasse 42

„Danzers feines Achtern Diek“ auf Juist, Wilhelmstraße 36

„Panoramarestaurant Seekrug“ auf Langeoog, Höhenpromenade 1

 

Nach unserem Slow Food Prinzip „gut, sauber und fair“ wurden die Häuser, die in ihren Küchen hauptsächlich frische regionale Produkte verarbeiten, ausgewählt. Auf Fertigprodukte wird in den Restaurants durchweg verzichtet. Und frische Erdbeeren oder Spargel im Dezember, weit angereist von der anderen Erdhalbkugel, gibt es da auch nicht. Guten Appetit!

Der Genussführer ist im Oekom-Verlag zum Preis von 28 € erschienen

 

Regina, Jürgen, Birgit und Joachim haben das „Fährhaus“ vor kurzem besucht um dem Inhaber Maximilian Eberlein die neue Urkunde zu überreichen (siehe Foto). Natürlich haben wir dort auch lecker und gut gegessen. Im „Achterdiek“ auf Juist waren wir auch vor einigen Wochen, um an den ersten Juister Slow Food Tagen teilzunehmen. Und im „Seekrug“ sind wir ja ohnehin immer mal wieder zu Gast.  

Die Süddeutsche Zeitung vom 25.05.2018 .....

Kochen mit Flüchtlingen ....

Der Genussmarkt in Campen, immer wieder ein Genuss ...

Die Süddeutsche Zeitung zum Thema Agrarpolitik ...

Unsere Conviviumsleitung im Gespräch ...

Quelle [Slow Food Magazin, Ausgabe 02/2017]

Ernährung ist mehr, als nur satt werden ...

Slow Food präsentiert sich musikalisch ...

....  und das Ergebnis ist wirklich sehenswert, professionell und witzig gemacht.

 

https://www.youtube.com/watch?v=Wo5AWLBokyk

Semmeln, Schrippen oder Wecken
 

Wer im Urlaub morgens zum Bäcker geht, sollte sich vorher informieren, wie man in jener Gegend das Backwerk aus Weizenmehl nennt, auf das man seine Marmelade streichen möchte.

 

Am sichersten ist man, wenn man ein Brötchen verlangt. Das ist zwar vor allem in Nord- und Mitteldeutschland gebräuchlich, aber die Verkleinerungsform von Brot ist sicher auch im süddeutschen Raum verständlich. In Bayern und auch in Österreich ist allerdings der Ausdruck Semmel gebräuchlicher, was von lateinisch simila für „fein gemahlenes Weizenmehl“ kommt.

Nicht auf die Zutaten, sondern auf die Form nehmen der südwestdeutsch-österreichische Weckenodedas Weckla 

(schweizerisch Weggli) und die berlinerische Schrippe Bezug.

 

DerWecken geht auf althochdeutsch wecki = „Keil“ zurück, die Schrippe auf frühneuhochdeutsch schripfen = „(auf)kratzen“;

sie bezeichnet also die Einkerbung auf der Oberseite des (länglichen) Gebäcks. Runde Brötchen ohne oder mit sternförmigen Einkerbungen heißen auch in Berlin Kaisersemmel.

Welcher Kaiser hier Pate stand, ist allerdings ungeklärt. Ein Preuße war es wohl nicht.

[Quelle Duden]

Die grüne Woche 2017 in Berlin ...

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